
Deeper Learning in der Praxis
Jorina & Eddie
Wie Digital Sparks gemeinsam mit der Uni Heidelberg weiterentwickelt wurde.
Wie lässt sich Deeper Learning konkret in Unterrichtsformate integrieren? Dieser Frage sind das Team von Digital Sparks und die Deeper Learning Initiative der Universität Heidelberg in einem gemeinsamen Kooperationsprojekt nachgegangen. Über einen Zeitraum von 18 Monaten wurde im Rahmen des DATIpilot-Programms des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt untersucht, wie sich Deeper Learning systematisch in die Gestaltung der Digital Sparks integrieren lässt.
Im Mittelpunkt standen dabei vier zentrale Entwicklungsfelder: die Weiterentwicklung der ko-kreativen Create-Phase, die Übertragung von Deeper Learning auf weitere Lernresien, die Erprobung kurzformatiger Sparks als Einstieg in projektbasiertes Lernen sowie die Entwicklung einer digitalen Fortbildung für Lehrpersonen.
Der folgende Artikel gibt Einblicke in die wichtigsten Projektschritte, die zentralen Erkenntnisse aus der Praxis und zeigt, wie Digital Sparks Lehrpersonen dabei unterstützen können, Deeper Learning im Unterricht umzusetzen.
1. Die Create-Phase neu gedacht 🧠
Ein zentraler Bestandteil der Digital Sparks und zugleich ein Kernelement der Deeper Learning Pädagogik, ist die sogenannte Create-Phase. In dieser Phase entwickeln Schüler*innen eigene Ideen und setzen diese gemeinsam in kreative Projekte um.
Im ersten Teil des Projekts haben wir diese Phase gezielt weiterentwickelt. Ziel war es, Schüler*innen in der Ko-Kreations Phase stärker zu begleiten, um sie in ihren individuellen Lernprozessen zu fördern. Das bedeutet sie beim gemeinsamen Entwickeln, Gestalten und Umsetzen von Ideen zu unterstützen. Dafür haben wir die Create-Phase neu strukturiert und mit klareren Handlungsimpulsen sowie zusätzlichen Scaffolds (didaktischen Unterstützungsstrukturen) aus der Deeper Learning Praxis ergänzt.
Die überarbeitete Create-Phase wurde anschließend mit einer Schulklasse an der Universität Heidelberg erprobt. Im Rahmen des Sparks Climate Collaboration entwickelten die Schüler*innen eigene Fernsehshows und Magazine, die über Klimawandel und globale Klimaungerechtigkeiten aufklärten.
2. Mehr Raum für Deeper Learning in den Digital Sparks 🌌
Nachdem die Create-Phase anhand des Sparks Climate Collaboration weiterentwickelt und erprobt worden war, übertrugen wir die gewonnenen Erkenntnisse auf alle weiteren langformatigen Digital Sparks.
Gleichzeitig nahmen wir auch Anpassungen in der Discover-Phase (Aneignungsphase) und der Share-Phase(Präsentationsphase) vor. Dabei lag der Fokus darauf, die Sparks durch aktivierende Sprache und zusätzliche unterstützende Mechanismen noch stärker auf selbstständiges und kollaboratives Lernen auszurichten.
3. Wie viel Deeper Learning steckt in kurzen Sparks? 🕳️
Neben den langformatigen Digital Sparks existieren auch kurzformatige Formate. Diese orientieren sich ebenfalls am Deeper Learning Phasenmodell, sind mit insgesamt 2 × 90 Minuten jedoch deutlich kürzer. Sie eignen sich besonders als kurzer Einstieg in die Deeper Learning Praxis.
Im Rahmen des Projekts wurde daher untersucht, inwiefern sich die Digital Sparks Shorts als Ausgangspunkt für längere Lerneinheiten eignen. Dafür wurde der Spark Fit Check erweitert und im Rahmen von Projekttagen umgesetzt.
Die Schüler*innen organisierten als gemeinschaftliches Projekt einen Kleidertausch auf ihrem Schulfest. Vorbereituend analysierten sie Modeläden hinsichtlich ihrer Kreislauffähigkeit und führten Straßenumfragen zu Kaufentschiedungen hinsichltich nachhaltiger Mode durch. Die Ergebnisse wurden der Schulgemeinschaft auf währed des Kleidertausches präsentiert.
Das Ergebnis: Digital Sparks Shorts eignen sich sehr gut als thematischer Einstieg und können als Ausgangspunkt für größere Projekte oder Projektwochen dienen.
4. Deeper Learning in die Praxis bringen: Fortbildung für Lehrpersonen 🧑🏫
Deeper Learning erfordert mehr als eine Anpassung von Lernformaten – es bedeutet auch einen Wandel der Lernkultur. Lehrpersonen verändern ihre Rolle hin zur Lernbegleitung und unterstützen Schüler*innen während des gesamten Lernprozesses.
Um Lehrpersonen niedrigschwellig in die Philosophie des Deeper Learning einzuführen, wurde zum Abschluss des Projekts eine digitale Fortbildung (4 × 90 Minuten) entwickelt.
Diese führt Lehrpersonen in die Rolle der Lernbegleitung während Deeper Learning Einheiten ein und bereitet sie darauf vor, eigene Einheiten, beispielsweise mit Hilfe der Digital Sparks, umzusetzen.
Als Nebenprodukt ist darüberhianus der Deeper Learning Podcast ins Leben gerufen worden. Dort spricht die Deeper Learning Initiaitve mit Meschen aus Wissenschaft und Schulpraxis über spannde Fragen rund ums lernen.
Deeper Learning selbst ausprobieren?
Wähle einen Digital Spark, der zu deinem Unterricht passt, und starte mit deiner Klasse.
Wenn du Unterstützung beim Einstieg möchtest, melde dich jederzeit bei Jessi aus unserem Team, sie hilft dir gerne weiter.